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Ein Schmankerl von der Weinstube Weber am Bach
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Die Schwäbische Maultasche
Zuerst schaut man immer im Lexikon oder in einem betreffenden Fachbuch nach, aber da findet
man bei dem Begriff herzlich wenig. Fischers berühmtes Schwäbisches Wörterbuch schreibt einfach:
Maultasche, in Schwaben gefüllte Nudel; in Schlesien ein Gebäck.
Auch das größere Grimm'sche Wörterbuch bleibt quasi wortkarg: Maultasche, meist mit Spinat
gefüllte Nudel. Nun ist Nudel im Schwäbischen für vieles ein Synonym; hier ist die Maultasche im Grunde
ein viereckiges Teigstück, das quer gefaltet zu einer dreieckigen Teigtasche wird. Wenn man
sie öffnet, dann sieht es so aus, als ob sich ein Mund, den man im Schwäbischen auch ein Maul
heißt, öffnet, und schon ist der Name fertig.
Um eine solche Maultasche schmackhafter zu machen, kann man sie füllen: mit Fleisch in Form von Bolognese
oder als Hackfleisch, mit Gemüse in jeglicher Form, und mit Marmelade oder Gelee, je nach Lust und Laune.
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In Memmingen gibt es aus historische Gründen sogar eine evangelische und eine katholische Maultasche;
das hängt damit zusammen, dass die Reichsstadt bis 1803 rein evangelisch war, und erst, als sie bayerisch
wurde, auch mehr und mehr katholische Mitbürger in die Stadt kamen, die ihre eigenen Maultaschen mitbrachten.
Genauso, wie man es bei den Balzheimern auch gemacht hat, die dann zu Lutherischen wurden.
Bei den Maultaschen hat dies aber nichts mit der Form zu tun, sondern mit der Füllung; die evangelische
Maultasche ist mit Gemüse gefüllt, die katholische mit Fleisch, je nach dem Temperament der Konfession.
Schaut man sich die betreffenden Kirchen an, dann weiß man Bescheid: die strenge, karge und nüchterne evangelische
Kirche entspricht mehr der ebenso kargen Maultaschenfüllung, die katholische Maultaschenfüllung entspricht der Pracht, dem Prunk
und dem Jubel einer barocken Klosterkirche. Natürlich übertreibt man das ein bißchen, man spielt mit dem alten
Konfessionsunterschied, der so gar nicht mehr existiert, aber letztendlich schmecken dem Genießer beide Maultaschen,
ob sie nun evangelisch oder katholisch sind.
Uli Braun, Heimatpfleger
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